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  An Angola 3 Unterstützerinnen
Übersetzung eines Briefes vom Anwalt des "Angola 3"-Gefangenen Herman Wallace.
 
 

Herman Wallace  (links) und Albert Woodfox (rechts) bei einem Besuch im Februar 2002
Herman Wallace (links) und Albert Woodfox (rechts) bei einem Besuch im Februar 2002
Herman Wallace, einer der sog. Angola 3, wurde nach einer 'Diziplinar-Anhörung' am Mittwoch, 13.März 2002, zu einem Aufenthalt in Camp J, dem Isolations-Straflager/Camp des US-Staates Louisiana, verurteilt. Die Knastleitung gibt an ein kleines Stück Metall während einer Durchsuchung seiner Zelle gefunden zu haben. Sie behaupten das Stück Metall könnte zum öffnen von Handschellen benutzt werden. Herman besteht nachdrücklich darauf das es nicht ihm gehört.

Herman's Zelle wurde am 6. März 2x durchsucht. Nichts wurde gefunden. Angola's sog. 'shake-down crew' (Durchsuchungsteam) durchwühlte seine Zelle 5 tage später erneut. Herman war zu dem Zeitpunkt beim Hofgang. Als er zurückkam, wurde ihm erklärt das er wegen des 'Besitzes von Schmuggelware' angeklagt wird.
Während der Anhörung verlangte Herman daß er und die Wärter, die seine Zelle durchsucht hatten, einem Lügendetektor-Test unterzogen werden. Der Antrag wurde abgelehnt und Herman schuldig gesprochen.
Es war Herman's Wort gegen das eines Wärters; wir alle wissen, wessen Argumentation dann immer gewinnt (besonders da die eigenen Kollegen die Richter sind).
Verschiedene andere Gefangene wurden ebenfalls nach den Durchsuchungen angeklagt und des 'Besitz von Schmuggelware' wie einem Springseil und leeren Styropor-Behältern schuldig gesprochen.

Alle sollten nach Camp J verlegt werden, aber die Urteile von allen, außer Herman und einem anderen (leider ungenannten) Mann, wurden ausgesetzt.
In Camp j wird Herman selbst die wenigen Privilegien denen er in seinem derzeitigen Isolations-Haftstatus in CCR (Louisiana State Penitentary) ausgesetzt ist, verlieren. Ihm wurden bereits sämtliche Sachen abgenommen außer Schreibmaterialien, einem Wörterbuch und 'Lockdown America' von Christian Parenti.
3 Stunden in der Woche kann er, allein, in einem wie ein Käfig umzäuntem 'Hof' sog. 'Training' machen, dabei wird er gezwungen, Fuß- und Handfesseln zu tragen. Telefonanrufe werden auf einen Anruf im Monat beschränkt und alle Besuche finden hinter einem dicken Metallnetz statt, bei dem es fast unmöglich ist durchzusehen. Das Fehlen einer Klimaanlage und minimale Luftzufuhr macht aus den Zellen von Camp J sprichwörtliche 'Schwitzboxen' im Sommer.

Herman wird dort wahrscheinlich für mindestens 6 Monate bleiben müssen. Es gibt kein festes Strafmaß; er muß ein 'Programm' durchlaufen welches aus 2 stufen besteht, die mindestens 3 Monate pro Stufe dauern. Er war 1999 schon einmal dort, zusammen mit Albert Woodfox und Robert Wilkerson, nachdem die 3 an einem Hungerstreik teilgenommen hatten. Zu der Zeit mußten die 3 Männer 10 Monate in Camp J bleiben weil die Knastleitung sich weigerte die zur Rückkehr nach CCR vorgeschriebene Anhörung abzuhalten.

Ich habe wenig Zweifel daran das Herman diese Qual übersteht, aber er ist jetzt 60 Jahre alt und es gibt Grenzen was ein Mensch an Bestrafung ertragen kann.
Am 17.April werden es für ihn und Albert Woodfox 30 Jahre sein die sie in isolationshaft verbringen.

Scott Fleming
Anwalt, Oakland, CA

Adressen:
Herman 'Hooks' Wallace
Doc#76759 - CCR l/f'13
Louisiana State Penitentiary
ASH - 4
Angola La 70712
      Albert Woodfox
Louisiana State Penitentary
ASH - 4
Angola La 70712

 
Quelle:
Gemeinsames Anti-Repressions-Bündnis Berlin 18.03.2002 19:58 - published on de.indeymedia.org newswire, modified by mumia.de

Weiterführende Links:
Free the Angola 3
English Website dedicated for the Freedom of the Angola 3
Nach fast 30 Jahren Isolationshaft: Robert King Wilkerson aus dem Knast entlassen
Von SPG-Hamburg am 19.02.2001
Fast Jahre 30 Jahre Isolationshaft in den USA
Black Panther Robert 'King' Wilkerson auf Rundreise in Deutschland (06.11.2001)

 
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