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Verjährtes Mordgeständnis?
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Die vor dem Stadtgericht von Philadelphia für vergangenen Freitag angesetzte Anhörung fand
Darum sollte es auch an diesem Tag im Gerichtssaal gehen: Ist das Ramona Africa, Sprecherin der MOVE-Organisation, brachte den Widerspruch außerhalb des Saales auf den Punkt: »Wenn ein Mord niemals verjährt, wie kann es dann sein, daß ein Mordgeständnis verjährt« . Für Richterin Pamela Dembe reduzierte sich der gesellschaftliche Widerspruch auf die einfache Formel, daß es »ernsthaft in Frage steht, ob der Antrag fristgerecht eingereicht wurde«. Sie räumte der Verteidigung weitere drei Wochen ein, neue Argumente zu bringen, wieso die eidliche Vernehmung Beverlys doch noch als fristgerecht zu werten sei. Danach soll die Staatsanwaltschaft innerhalb von zwei Wochen, also bis zum 21. September, darauf ihre Erwiderung vorbringen. Einen neuen Anhörungstermin wollte Dembe nicht festlegen. Verteidiger Eliot Grossman ergriff am Ende des nur 30minütigen Termins das Wort und brachte die Beschwerde seines Mandanten vor, der daran gehindert worden sei, persönlich anwesend zu sein. Grossman insistierte auf die Anberaumung eines baldigen neuen Termins: »Uns liegt daran, daß wir die Möglichkeit haben, dies hier vor Ihnen darzustellen, und daß auch Mr. Jamal die Möglichkeit bekommt, das persönlich zu tun.« Dembe erwiderte, es sei unklar, ob eine solche mündliche Anhörung nötig sei. Sie müsse sich wegen möglicher Demonstrationen und Störungen des übrigen Gerichtsbetriebes erst mit Vertretern der Justiz und der Sicherheitsbehörden beraten. Die Kundgebungsteilnehmer reagierten nach der Verhandlung empört auf die Bekanntgabe dieser Äußerung Dembes. Wer die aktuellen Auseinandersetzung in Philadelphia und den übrigen USA um die Allianz zwischen organisierter Kriminalität und korrupter Teile der Polizei verfolgt, der weiß, daß die befürchtete »Störung« nicht von Demonstrationen ausgeht, sondern von der Anerkennung eines Geständnisses, das einen Sumpf aufdeckt, den man mit Abu-Jamals Hinrichtung hofft, unter dem Deckel halten zu können. Jürgen Heiser |
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Quelle: Tageszeitung junge Welt vom 20.08.2001 ![]() Siehe auch:
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